Die 2 „Geheimwaffen“ erfolgreicher Kommunikation

Die 2 "Geheimwaffen" erfolgreicher Kommunikation für Rechtsanwälte

Haben Sie sich schon einmal darüber Gedanken gemacht, warum Sie oft in Gesprächssituationen als Verlierer rausgehen? Obwohl Sie grundsätzlich gut vorbereitet waren?

Es sind nicht Ihre Ziele selbst, die darüber entscheiden, ob Sie erfolgreich sind in Ihrem Ergebnis. Es sind 2 Faktoren, die den Ausschlag geben:

  1. Ihre wahre Absicht und
  2. Ihre Bereitschaft, die „Form“ dabei zu verändern.

Was bedeutet das konkret?

99% der Wirkung Ihrer Kommunikation basiert auf Ihrer wahren Absicht

Beispiel: Nicht selten kriselt es bei Rechtsanwälten in Kanzleipartnerschaften nach dem motivierten gemeinsamen Start. Menschen sind einfach verschieden und alle miteinander haben wir selten beim Aufwachsen erfolgreich kommunizieren gelernt. Würden Sie mit den verstrittenen Partnern jeweils einzeln sprechen, würde wahrscheinlich jeder beteuern: „Also an mir liegt es nicht. Ich bin an einer friedlichen Lösung interessiert – aber mein Partner eben nicht.“ Aber trotzdem gießt genau dieselbe Person eine Stunde später aufs neue verbal „Benzin“ ins Feuer in den Diskussionen mit dem besagten Partner.

Es ist sehr selten der andere schuld daran, dass Sie Ihr Ziel nicht erreichen. Sondern das Problem ist, dass Sie nicht glasklar in Ihrer Absicht sind und somit immer der „Autopilot“ in Ihnen den Gesprächsverlauf übernimmt. Auf gut Deutsch: Was unsere Reaktionsmuster angeht, sind wir seit Jahrzehnten auf denselben „inneren Straßen“ unterwegs, quasi wie auf Autopiloten geschalten. Diese Straßen spiegeln unsere täglichen Gewohnheiten wider die uns steuern. Man fährt sie unbewusst und oft wollte man eigentlich gar nicht dorthin wo man landet. Eigentlich wollte man dieses friedliche Gespräch mit dem Kanzleipartner führen – aber zack – findet man sich wieder beim selben wütenden Endergebnis.

Niemand will in der Regel bewusst streiten

Unser System hat gelernt, mit diesen Menschen aus alten Gewohnheiten heraus zu handeln. Es reagiert automatisch, ohne, dass man darüber nachdenkt. Niemand will in der Regel bewusst streiten. Warum streitet man aber trotzdem? Weil irgendwas in einem getriggert wird, und die alten Gewohnheiten – der Autopilot – übernimmt den gewohnt, destruktiven Verlauf.

Was hier fehlt, ist diese glasklare, bewusste Absicht, BEVOR man ins Gespräch reingeht:

  • WO SOLL ES HINGEHEN?
  • WAS MUSS DABEI RAUSKOMMEN?

Wenn Sie erfolgreich kommunizieren wollen, dann müssen Sie das Ende am Anfang im Sinn haben. Egal wer vor Ihnen steht. Etwa wenn Sie auf einer Netzwerkveranstaltung sind und genau DEN EINEN Mandanten kriegen wollen. Oder wenn Sie einen harmonischen Familienausflug mit Ihrem pubertierenden Kind haben wollen. Sind Sie sich in diesen Situationen nicht glasklar darüber bewusst was dabei rauskommen soll, was Ihre klare Absicht ist, kann Ihr System gar nicht anders, als auf Autopiloten zu schalten. Klare Absicht bedeutet: Sie aktivieren Ihr Navi, geben das einzigerwünschte Ziel ein und schalten den Autopiloten ab. Was macht ein Navi immer automatisch? Es richtet sich – anhand aktueller Lage – immer neu auf das Ziel aus. Es hat das Ziel immer am Schirm, auch wenn es die Verbindung zwischendurch verliert, in ein Funkloch kommt. Das kann für Ihr inneres Navi bedeuten: es können Ängste hochploppen oder alte, verdrängte Verletzungen von früher oder antrainierte Verhaltensmuster.

Unsere Gewohnheiten bringen uns in sämtlichen Lebenslagen und Situationen immer wieder dazu, unsere Zeit andauernd mit den alten, gewohnten Verhaltensweisen zu verbringen. Essgewohnheiten, Bewegungsgewohnheiten, Denkgewohnheiten…. Und so verändert sich natürlich auch nur schwer etwas in unserem Leben.

Darum seien Sie sich bewusst:

Es sind nicht Ihre Ziele selbst, die darüber entscheiden, ob Sie diese auch erreichen. Es ist einzig und alleine Ihre klare Absicht, die darüber entscheidet, ob das Endergebnis das ist, das Sie auch wirklich wollten. Und diese Kraft, die Sie dafür benötigen, die haben wir alle in uns. Wir müssen hier nur zu trainieren beginnen.

Sie können diese Kraft oft im Tierreich sehr eindrucksvoll wahrnehmen. Wenn beispielsweise eine Löwenmutter ihr Baby verteidigt, wird für jeden – egal wer ihr gegenübersteht – klar spürbar: „Mein Baby rührt hier niemand an.“

Im Alltag können Sie hier auf folgende Weise immer wieder üben. Halten Sie bewusst inne und erforschen Sie:

  • Bin ich in meinem Gespräch gerade da, wo ich auch hinwill, oder drifte ich gerade wieder ab?
  • Hat mein inneres Navi gerade den Empfang verloren oder bin ich auf der Spur?
  • Was will ich jetzt gerade? Was ist mein Motiv? (Will ich vielleicht gerade nur Recht haben, Dampf ablassen, den „Coolen“ raushängen lassen…)
  • Habe ich vielleicht Angst vor etwas? Wenn ja, was versuche ich zu vermeiden? (Nähe, Wut, Ohnmacht…)

Und in weiterer Folge benötigt es für einen gelungenen Ausgang Ihrer Kommunikation, also zum Erreichen Ihres Zieles wie anfangs schon erwähnt, noch eine zweite wichtige Ebene.

Ihre Bereitschaft, die Form zu verändern

Was damit konkret gemeint ist, lässt sich am besten bei kleinen Kindern beobachten, wenn sie etwas wollen. Sie haben diese Bilderbuchsituationen vielleicht auch schon selbst erlebt: Kind möchte einen Lutscher. Zuerst fragt es lieb: „Darf ich bitte einen Lutscher haben?“ Sie als Mama oder Papa wollen aber nicht, dass es jetzt einen Lutscher isst und sagen „Nein, mein Schatz, den kriegst du jetzt nicht“. Dann probiert Kind nochmals – jetzt schon bestimmter: „Ich WILL aber diesen Lutscher.“ „Nein, vielleicht ein anderes Mal, jetzt nicht.“. Dann folgt der Dackelblick. „Du bist die beste Mama, der beste Papa. Ich hab‘ dich sooooooo lieb…… Biiiiiitte darf ich den Lutscher haben?“ „Nein, den kriegst du nicht.“. Dann drückt Kind auf die Tränendrüse: „Du bist so gemein, alle kriegen den Lutscher und ich nie…“. Und letztendlich, als Krönung sozusagen, wirft es sich vielleicht noch vor Zorn auf den Boden….. Bis Sie meistens aufgeben – und der Lutscher schließlich im Mund des Kindes landet.

Und jetzt übertragen wir das auf Sie und Ihre Vorhaben.

Wie oft sind Sie in den Bereichen bereit, wo es wirklich um etwas geht für Sie – angenommen den Prozess zu gewinnen, ein bestimmtes Mandat an Land zu ziehen, Ihre Beziehung zu verbessern – wie oft sind Sie dafür bereit, die Form zu verändern? Meistens haben wir unsere typische, eine Form auf Lager und für alles andere sind wir uns zu stolz oder es fällt uns einfach auch gar nichts ein – und Autopilot übernimmt. Haben Sie zum Beispiel Ihr Gegenüber schon mal um etwas gebeten, wirklich eine Bitte formuliert?  Oder eventuell einmal gezeigt, dass Sie etwas verletzt hat? Also Ihren Stolz beiseitegeschoben?

Wenn es wirklich um etwas geht, müssen Sie in Ihrem Gespräch auch bereit sein, Ihre Form zu verändern.

Überlassen Sie den Ausgang einer wichtigen Kommunikation also nicht Ihren alten Gewohnheiten.

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